Halò Alba – Hallo Schottland

Mit einer Verspätung von knapp einer Stunde auf dem Flug von Glasgow nach Dublin und einer wilden Raserei zur Unterkunft auf der anderen Seite der Insel sind wir gut in Clifden am WildAtlanticWay gelandet.

Inzwischen ist es Sonntag Morgen wir sitzen gemütlich in unseren Sonnenstühlen und genießen die wohltuende Wärme der goldgelben Sonne über der Sky Road Bay.

Doch bevor die kleine Reisebeschreibung auf unserem Weg entlang am WildAtlanticWay startet gibt es natürlich noch eine Menge über unsere 10-tägige Reise durch die schottischen Highlands zu berichten.

Nachdem wir mit dem Flieger von London nach Edinburgh gejettet sind empfing uns dort schon wieder Sonnenschein ohne Ende. Edinburgh ist nicht nur die Hauptstadt von Schottland sondern vor allem eine Stadt mit viel Geschichte, bekannten historischen Persönlichkeiten und jeder Menge altem Gemäuer. Die Leute in Edinburgh sind so, wie wir Sie hier überall trafen, sehr freundlich und hilfsbereit. Es gibt unzählige kleine Bars und Lokale für jeden Geschmack. Das ist mit Sicherheit auch der sehr internationalen Mischung zu verdanken. Edinburgh ist Studentenstadt und wenn ich noch einmal in die Verlegenheit kommen würde zu studieren, wäre diese Stadt meine erste Wahl für ein Auslandssemester. Entspannter kann man den Stress eines Studenten wohl kaum erleben wie in dieser Stadt.
Unsere Unterkunft lag direkt neben einer Kirche, glücklicherweise kam diese ohne Läuten aus. Unsere Gastgeber, ein älteres Ehepaar und ihre Tochter, waren die perfekten Hosts. Service wird auf der Insel groß geschrieben, dass hatten wir schon in London festgestellt. Schade, das dies bisher keine EU-Richtlinie ist und wohl auch nicht mehr wird.

 

Nach zwei ausgiebigen Tagen in Edinburgh zog es uns weiter in die wilde Landschaft der Highlands. Also ging es ab zur Autovermietung und das „Linksfahrchaos“ konnte beginnen. Zum Glück wurde es nicht ganz so kompliziert wie angenommen. Nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt und bis auf ein paar verzweifelte Suchen nach dem Schalthebel auf der rechten Seite ist auch nichts aufregendes passiert. Auch wenn es für Fahranfänger schwieriger werden könnte. Die Straßen die uns erwarteten waren oft einspurig und boten kleine Halteboxen zum Überholen. An einigen Stellen war das nichts für schwache Nerven, brachte aber auch ein wenig Abwechslung.
Nach kurzer Zeit hatten wir auch schon das erste Stück Strecke hinter uns gebracht und waren in einem kleinen idyllischen Ort in den Highlands gelandet – Aviemore. Ein absolutes Paradies für Wanderer, Skiläufer und Naturfreunde wie uns. Da wir nur eine Übernachtung gebucht hatten, machten wir uns sofort nach der Ankunft auf den Weg die Gegend auszukundschaften. Die Bilder sprechen für sich. Schottland hat einiges zu bieten, doch mit Natur kann es protzen. Wir fühlten uns schon im Hikerparadies. Wir ahnten nicht, dass dies nur der Anfang war.

Also den Rucksack aufgeschnallt und weiter nach Inverness. Ein Schloss, ein Fluss, und das Tor zu einem der Seen mit der wohl bekanntesten „monströsen“ Bewohnerin. Unsere Gastegeberin Shella war einfach ein Sonnenschein. Wir wurden mit vielen lieben Worten und Fragen empfangen und mit Tipps und Ideen zur weiteren Freizeitgestaltung eingedeckt. Die Unterkunft war eingerichtet wie eine Idee zu „Schöner Wohnen“. Sehr stilvoll und chic. Und das Frühstück war der absolute Knaller. Auf dem großen Esstisch im Wohnzimmer stand alles was man für einen erfolgreichen Wandertag braucht. Früchte, Müslis, Nüsse, tourniertes Gemüse und diverse Säfte und Jogurths. Es war einfach lecker und wenn wir nicht einiges vorgehabt hätten, wären wir Mittags noch beim Frühstück gesessen.

Nachdem wir am ersten Abend die Stadt und das Schloss entlang am Fluss erkundet hatten war Tag zwei komplett für den See eingeplant. Loch Ness sollte umrundet werden. Fahrerisch eine Herausforderung und gleichzeitig ein unglaublicher Spaß. Die Strecke ist traumhaft. Und wird gesäumt von unglaublichen Blicken über den See, alten Castles und dem Lauern nach der eigentlichen Attraktion „Nessie“. Auch wenn uns hier nicht wirklich ein brauchbarer Schnappschuß vom Monster gelungen ist, so gibt es doch eine Menge anderer sehenswerter Ecken rund um den sagenumwobenen See. Gerade die Fahrt auf der nach Süden liegenden Seite des Sees birgt eine Menge unberührter Natur, die es wert ist entdeckt zu werden. Seen, Moore und Aussichten in die Täler und Berge rund um Loch Ness. Nach soviel Natur und wilder Romantik waren wir schon sehr gespannt auf unsere nächste Station.

Der bis dahin längste Fahrabschnitt war sehr ermüdend und anstrengend. Nochmal entlang am Loch Ness ging es weiter zur Isle of Skye. Doch wie schon davor war es alle Mühen wert. Wie so oft hielten wir fast alle 10 Minuten an, weil wir unbedingt Fotos machen mussten um ein Teil dieses unglaublichen Spektakels einzufangen, welches uns die Natur hier bot.

Es ist ja nicht so, als hätten wir nicht vorher ein bisschen geschaut, wo angeblich die schönsten Ecken in Schottland sind. Die Isle of Skye war irgendwie immer mit dabei und so haben wir uns für einen längeren Aufenthalt auf der größten Insel der Inneren Hebriden entschieden. Gute Wahl, denn als er dieses kleine Eiland geschaffen hat, muss der liebe Gott einen richtig guten Tag gehabt haben. Es ist unmöglich die vielen einzelnen Naturereignisse aufzuzählen und ihre Wirkung auf uns als Betrachter zu beschreiben. Man muss es erleben! Die Bilder sind nur der Versuch einen kleinen Eindruck zu vermitteln von Old Man of Storr, Quiraing, den ganzen Castles und natürlich von Portree der kleinen Hafenstadt im Westen der Insel.

Was sollte hiernach noch kommen?

Bevor wir unsere letzte Etappe die im Südwesten gelegene Stadt Glasgow ansteuerten, machten wir noch einen kleinen Abstecher in den nächsten Nationalpark rund um den Loch Lomond. Wir wollten schon mal ein paar Ziele ür unseren nächsten Trip erkunden. Für eine Nacht ein Zimmer gesucht und dann wie immer auf ins Gelände. In Killin wurden wir fündig ein kleiner traumhafter Ort für einen gemütlichen Nachmittagsspaziergang. Ein paar Stromschnellen am Beginn unseres Rundgangs des am Ende des Loch Tay´s gelegen Ortes und das älteste Betonviadukt Schottlands waren zwei der Höhepunkte des Rundgangs. Diesen kleinen Ort haben wir uns auf jeden Fall als Ausgangspunkt für kommende Entdeckungsreisen vorgemerkt.

Der nächste Tag war als Fahrt nach Glasgow gedacht und dann gemütlich Abends ein Bier. Doch auch dieser Streckenabschnitt wurde wieder ein Stop und Go. Alle 10 Minuten verspürte man den unbedingten Drang anzuhalten und ein Foto zu schießen. Der Wahnsinn nahm kein Ende. Wir bekamen die volle Ladung Loch Lomond bis zur Ankunft in Glasgow. 2 Tage Stadt taten auch irgendwie gut um das ganze mal sacken zu lassen, was man an Eindrücken in den letzten 10 Tagen aufgesaugt hatte. Ein bisschen Bummel durch die Stadt die ein bunter Mix aus Alt und Neu ist und der Besuch in zwei sehr unterschiedlichen gastronomischen Einrichtungen brachten etwas Abwechslung vom postiven Naturoverload.

Na und nun sitzen wir im Sonnenstuhl am Atlantik bei gefühlt 30 Grad in der Sonne bei Tee und Gebäck und ich nehme mir die Zeit ein paar Zeilen zu schreiben. Gestern Abend waren wir mal noch schnell am Strand um einen traumhaften Sonnenuntergang zu erleben. Vorher haben wir noch ein bisschen was für unsere Umwelt getan. Dazu gibt es demnächst mehr …

Sonnige Grüße
vom Atlantik
Mòran taing Alba!
Euer Jens

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